Ein kleines Update bevor mir die Augen zufallen...
Der Tag heute begann etwas stressig. Wir sind ja gewohnt um 7 aufzustehen, aber nicht um halb 8 fertig vor der Tür zu stehen. In der halben Stunde mussten wir unseren ganzen Sachen aus dem Zimmer zum Auto bringen, ohne dabei unsere beiden Zimmerbewohner zu wecken, unsere 5 Schichten anziehen (ungelogen: ich hatte ein langärmiges Shirt, einen dünnen Pulli, einen dicken Pulli, eine Fleecejacke und eine Jacke übereinander) und da hörte es bei mir auch schon auf. Manon hingegen war auf Hochtouren und hat -ich weiss nicht wie sie es gemacht hat- noch eine Picnicktüte für uns beide gemacht mitsamt geschälter Möhre, Apfel, Bonbons, O-Saft, Wasser und Stulle. Der Busfahrer holte uns im (ja, im) Hostel ab und musste grinsen als er uns und unser Chaos sah. Er meinte, wir MÜSSEN den O-Saft noch gemütlich austrinken und dann könnten wir kommen. Mit 5 Minuten Verspätung kamen wir dann zum Bus.
Auf dem Weg zum Abel Tasman Nationalpark fuhren wir an diversen Apfelplantagen vorbei und konnten sehen, wo die vielen Äpfel die wir bei uns zuhause aus Neuseeland kaufen, ihre Reise beginnen. Sehr beeindruckend wie da Hunderte Bäume aneinander stehen wie in den Weinbergen. So ein Baum sieht auch nicht aus wie man ihn aus dem Garten von Oma kennt, die sind ganz klein und haben viele kleine Äste und irgendwie sehen die unnatürlich und komisch aus. Ich hätte nicht einmal erkannt um welche Baumsorte es sich handelt. Nicht nur Apfelplantgen sondern auf Kiwiplantagen haben wir gesehen, sowohl gelb als auch grün.
Nach einer halbstündigen Fahrt waren wir dann am Abel Tasman Nationalpark. Wir holten unsere Tickets ab und der Mann im Schalter erzählte uns munter, dass er mal in Luxemburg in der Rockhal auf einem Konzert war. Tze. Dann ging es auch schon los. Zuerst lernten wir Adam, unseren Guide kennen und unsere Gruppe: ein britisches Ehepaar und eine 4-köpfige spanische Familie. Dann sind wir mit dem Wassertaxi von Kaiteriteri zum Torrent Bay gebracht worden und konnten unterwegs den Applesplit Rock bestaunen, eines der meistabgebildeten Motiven auf den Postkarten Neuseelands.
Auf einer ganz kleinen Insel konnten wir Robben in der freien Natur sehen, wie sie sich gesonnt haben und glücklich lauthals gegrunzt haben. Dazu standen überall Kormorane, bestimmt mehrere Hundert. Wundervoll!
Nach einer Einführung in die Theorie des Kajaks ging es dann aufs Meer hinaus. Manon und ich teilen uns ein Tandemkajak. Manon war der Steuermann hinten, mit ihren Füßen betätigte sie das Seitenruder und ich vorne hatte als einzige Aufgabe loszubrüllen sobald wir auf einen Fels zusteuerten. Gesagt, getan. Bevor wir uns umsahen, waren wir im Wasser und paddelten drauf los. Nach etwa gefühlten 3,5 Minuten konnten wir nicht mehr und unsere Arme wurden ganz schwer. Aber aufgeben war nicht, wir wollten und mussten ja immerhin bis zum 8km entfernten Bark Bay. Es war wundervoll auf dem Wasser. Die Strände, an denen wir vorbei paddelten, sind nur übers Wasser oder über Wanderwege erreichbar und demnach hörte man kein Verkehr, kein Auto, keine Menschen. nichts. Nur die brechenden Wellen, die schreienden Kormorane und das Plätschern unserer Paddeln. Als wäre das nicht schon schön genug war die Landschaft mal wieder umwerfend. Berge, Bäume, Grotten, Lagunen, alles von der Natur geformt und vom Menschen unberührt. Unterwegs paddelten wir in eine Lagune und ließen uns dort ein wenig treiben. Das Wasser war so klar, dass man die Muscheln auf dem Boden liegen sah.
Nach einer bis annerthalb Stunden erreichten wir unser Ziel: Bark Bay. Die spanische Familie verabschiedete sich von uns, sie wollten den Rückweg wandern. Also waren wir nur noch 4 und Adam. Der erzählte uns sein halbes Leben. Aber auch über Legenden der Maori, über Spinnen in Luxemburg, was passiert wenn Queenstown Umgebung wegen Regen dicht gemacht wird, und vieles mehr. Wir setzten uns auf eine Decke, packten unser Essen aus, tranken warmen Tee und genossen die Aussicht. Kurz später hagelte es für etwa 10 Minuten und das war der endgültige Tod für unsere Füße. Es sei erwähnt, dass wir seit Torrent Bay mit nacken Beinen bis zu den knien und barfuß (!) unterwegs waren. Im Winter. Im Meer. Wir wussten irgendwann nicht mehr ob wir wegen der schmerzenden Füße oder wegen der wunderschönen Landschaft heulen sollten. Mit den mittlerweile lila-blau gefärbten Zehen stiegen wir wieder in unser Kajak und paddelten den ganzen Weg wieder zurück. Es war wunderschön und da wir unseren gesamten Körper nicht mehr spürten, taten die Arme auch nicht mehr weh.
Das britische Ehepaar erzählte uns unterdessen, was das Geheimnis von 30 Jahren glücklicher Ehe ist: Jeden Tag knuddeln. Wie süß! Als wir wieder am Torrent Bay ankamen, surften wir auf einer Welle zum Strand, das war lustig. Dann trugen wir die Kajaks an Ufer und kurz später kam auch schon unser Wassertaxi, mit dem wir zurück nach Kaiteriteri gelangten. Dort angekommen durften wir endlich unsere Socken und Schuhe wieder anziehen. Nach nunmehr 5 Stunden barfuß war das wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Wir wurden zurück zum Hostel gebracht und von dort aus machten wir uns gleich auf den Weg nach Westport. Die Fahrt dauerte etwa 3 Stunden und als wir ankamen waren wir so geschafft, dass wir nur noch ins Bett wollten. Und da liegen wir nun auch. Gute Nacht!














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