Kia Ora und Entschuldigung, dass es gestern kein Update gab. Es gibt dafür eine Erklärung und die werd ich im Laufe des Eintrags natürlich erläutern.
Gestern Morgen sind wir in Franz Josef aufgewacht und haben uns danach sofort ins Auto gesetzt und sind losgefahren. Wir hatten eine Menge vor: Wir wollten sowohl beide Gletscher (Franz Josef Gletscher und Fox Gletscher) sehen als auch den Mathesonsee, auch noch bekannt als Mirrorlake, ihr werdet bei den Fotos sehen, warum. Und das alles vor halb 2 Uhr Mittag, weil der Haast Pass um 4 Uhr wegen Steinschlag schließt. Bis nach Haast sind etwas mehr als 2 Stunden Fahrt.
Also sind wir los zum Franz Josef Gletscher. Die Fahrt dauerte nicht lange, da wir (wie der Name schon andeutet) im selbigen Dorf übernachtet haben. Der Walk zum Gletscher dauerte 1,5 Stunden Return. Wieder einmal waren wir beeindruckt von der Natur. Wir wanderten in einer Schlucht an deren aller Enden sich riesige Berge befanden und wieder fühlten wir uns ganz klein. Große Wasserfälle prasselten an allen Seiten runter, wundervoll! Den Gletscher konnten wir aus sicherer Ferne betrachten aber doch nah genug um das blaue Eis zu sehen, das war sehr schön. Nach dem Franz Josef Gletscher fuhren wir in das 30 Minuten entfernte Fox um den (ihr ahnt es) Fox Gletscher anzugucken. Der Walk dauerte 45 Minuten Return. Obwohl es an sich das gleiche Phänomen ist, unterscheiden sich beide Gletscher. Es hat sich allemal gelohnt, beide anzusehen.
Nach den Gletschern haben wir uns auf gemacht zum Mirrorlake, der sich seinen Namen wohl verdient hat. Eine kurze Wanderung (30 Minuten) führte uns zum See. Ich brauche dazu nicht mehr zu sagen, die Fotos sprechen Bände. Wir haben uns etwas Zeit genommen und saßen eine ganze Weile dort um diese atemberaumende Aussicht zu genießen. Irgendwann traten wir dann doch den Rückmarsch an und fuhren dann los Richtung Haast.
Den Pass erreichten wir rechtzeitig und konnten durchfahren. Schnell erklärte sich, warum der Pass Abends geschlossen wird: Es gibt akute Steinschlaggefahr, weil sich ein riesige Brocken der Felswand gelöst hat und auf der Straße lag alles voller Steine. Es war eine schmale Spur freigemacht und mehrere Arbeiter überwachten die Stelle und winkten die Autos durch. Ein bisschen beängstigend. Wir fuhren im Pass auch noch an einem braunen Schild vorbei (braune Schilder bedeuten etwas sehenswertes) wo "Blue Pools" draufstand. Wir zögerten nicht lange, blieben stehen und wanderten 15 Minuten zu diesen Blauen Becken, machten Fotos und wieder zurück. Da die Fahrt lange dauern sollte ( 4 Stunden insgesamt), entschieden wir uns bei jedem braunen Schild mit Viewpoint stehen zu bleiben und uns die Aussicht anzugucken. Das war eine sehr gute Idee und bescherte uns viele schöne Fotos.
Wir freuten uns schon, als wir das Schild "Queenstown" sahen und es nur noch 50 Kilometer waren. Aber zu früh gefreut. Wir bogen in eine Landstraße die mach Queenstown führte und offenbar durch die Berge. Wie es sich für Berge gehört fing es irgendwann an mächtig zu schneien. Es schneite immer mehr und mehr bis wir nur noch mit 25-30 km/h fuhren konnten. Nach 35 (!) Kilometern, 13 Kilometer vor Queenstown, ging es nicht mehr weiter. Eine Dame in Warnweste stand auf der Straße und meinte es geht für die Autos ab diesem Punkt nur mit Schneeketten weiter. Sowas hatten wir natürlich nicht und so durften wir die gesamten 35 Kilometer im Schneesturm wieder zurückfahren, mit ungelogen 10km/h. Zu den verlorenen 70 Kilometer summierten sich dann noch 80 Kilometer Umweg um die Berge nach Queenstown.
Wir kamen mit 2 Stunden Verspätung gegen 9 Uhr im Hostel an und wollten nur noch schlafen. Da wir noch was essen wollten aber keine Lust hatten noch einzukaufen, entschieden wir uns dazu den Fergburger auszuprobieren, den es 350 Meter von unserem Hostel entfernt gab und den uns mehrere dringend empfohlen haben. Auch Neuseeländer: "Oh, you're heading to Queenstown? Make sure you grab a Fergburger!" Gesagt, getan. Der Burger war richtig gut, frisch zubereitet (man konnte zusehen) und mit Aioli drauf. Die Neuseeländer machen sowieso überall Aioli drauf. Köstlich!
Und nach dem Burger gab es dann ein warmes Bett zur Belohnung. Von der Fahrt und den vielen Wanderungen so erschöpft, schliefen wir ein.
...
Heute Morgen dann standen wir wie gehabt um 7 auf, frühstückten und parkten unser Auto um. Das durfte nur bis 8 da stehen wo es stand. Von dort marschierten wir in die Stadt und organisierten uns eine Busfahrt in die Berge. Wir können ja nicht in ein Skigebiet fahren ohne uns auf Ski zu stellen. Gegen 12 standen wir dann in geliehenem Skianzug mitsamt Jacke, Hose, Helm und Brille (nur die Handschuhe mussten wir für 13€ kaufen) auf unseren Ski und suchten den ersten Sessellift auf. Davon gibt es 4 und demnach ist das Skigebiet relativ groß. Es gibt viele Pisten in allen Schwierigkeitsgraden. Mit Schanzen und allem was man sich so wünscht. Meine Sorge nicht mehr fahren zu können, weil ich das letzte Mal vor über 10 Jahren auf auf einem Berg stand und zusehen musste auf zwei Brettern runterzukommen, löste sich nach ein paar Sekunden in Nichts auf. Es ist wie mit dem Rad fahren, das verlernt man nicht. So bretterten wir runter und hoch und runter und als wir auf die Uhr guckten war es schon 3 Uhr. Unser Bus fuhr um 4, also noch ein letztes Mal hoch und danach wieder alles abgeben. Es war solch ein Spaß und keiner von uns hat sich hingepackt. nicht einmal fast. Hihi. Unser Busfahrer war auf der Rückfahrt so gut gelaunt wie auf der hinfahrt und plapperte -wie für einen Neuseeländer üblich- fröhlich vor sich hin.
Wieder in der Stadt war es schon dunkel und der Tag für uns soweit gelaufen. Was auffällt hier in Queenstown: Es ist anders hier als sonstwo in Neuseeland. Das ruhige und idyllische Landleben ist hier nicht zu finden. Es kommt einem so vor, als wäre der Großteil der Einwohner und Touristen hier in der Stadt versammelt. Sehr viele Menschen und die meisten davon in unserem Alter. Man merkt, dass es ein Skigebiet ist, an jeder Ecke gibt es ein Skiverleih und so blöd es klingt: Es riecht nach Skiurlaub. Auf Après-Ski hatten wir aber dennoch keine Lust, wir gingen noch Milford Sound für morgen organisieren, einkaufen, kochten uns was nettes, machten Wäsche, gingen duschen und nun liegen wir wieder im Bett. Morgen gehts schon um 6 Uhr raus aus den Federn. Gute Nacht!
Franz Josef Gletscher
Manon ganz klein
Fox Gletscher Pfad
Fox Gletscher
Auf dem weg zum Mirrorlake
Ohne Worte :)
Viewpoint auf der Strecke




























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